Wie Elektromärkte tricksen
"Preishit" oder "Saubillig" und obendrein die "Mehrwertsteuer geschenkt" - zumindest in ihren Werbeprospekten versuchen Elektromärkte sich gegenseitig zu übertrumpfen. Dabei sind sie im Umgang mit Testsiegeln nicht zimperlich, die veraltet sind oder sich nur auf einen Teilaspekt beziehen.
Verbrauchern wird in Werbeprospekten oft vermittelt, dass sie hohe Qualität zu unschlagbaren Preisen bekommen könnten. "Tatsächlich sind die Produkte oft sogar teurer als in Konkurrenzgeschäften", erklärt Steffen Küßner vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Nicht selten ist die beworbene Ware schneller ausverkauft, als man "Lockangebot" sagen kann - Hauptsache der Kunde steht erstmal im Laden.
Lockvogelangebote sind Küßner zufolge nach wie vor ein verbreitetes Phänomen: Ein bestimmter Artikel wird als besonders günstig beworben, ist dann aber nur in ganz geringer Anzahl verfügbar. Die Kunden kämen also angelockt von der Werbung ins Geschäft, und die Waschmaschine oder der Fernseher ist ausverkauft. "Dabei sind die Läden gesetzlich verpflichtet, solche Angebote in ausreichender Stückzahl vorrätig zu halten." Und manchmal würden Preise kurzfristig hochgesetzt, um sie kurze Zeit später wieder zu senken, erläutert Küßner. Dadurch entstehe der Eindruck, dass bestimmte Geräte plötzlich besonders günstig sind.
Häufig werden potenzielle Käufer mit dem Angebot gelockt, die begehrte Ware im Ratenkauf zu erstehen: "Derzeit beobachten wir häufig Werbung mit Null-Prozent-Finanzierungen", sagt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Doch selbst wenn es um sehr kleine Raten geht, dürfen sich Verbraucher nicht blenden lassen: "Denn gibt es den Artikel woanders günstiger, bringt mir die Null-Prozent-Finanzierung auch nichts."
Preise vergleichen
Statt sich auf die in bunten Prospekten beworbenen Waren zu stürzen, rät Küßner Verbrauchern, sich ein bestimmtes Produkt zumindest in zwei oder drei Läden anzuschauen und dabei die Preise zu vergleichen. Das zahle sich meist aus. Und gerade bei Elektrogeräten lohne sich auch ein Blick ins Internet, sagt Tryba. Online können sich Verbraucher mit Hilfe von Preisvergleichsmaschinen schnell einen Überblick verschaffen. "Am besten nutzt er mindestens zwei Preisfinder. Dadurch fällt es leicht, Schnäppchen zu enttarnen, die keine sind."
Nun ist es aber keineswegs so, dass sich online immer die günstigsten Angebote finden - gut möglich, dass der kleine Fachhändler in der Nachbarschaft günstiger ist als der Händler im Netz oder der nächste Elektromarkt. "Bei einer Waschmaschine kann es zum Beispiel sein, dass der Käufer gerade den Service seines Händlers um die Ecke schätzt und dafür bereit ist, auch mal 50 Euro mehr für das Gerät zu zahlen", erläutert Tryba.
Quelle: n-tv.de